Private Vorsorge und geringes Einkommen
3. Dez 2008 von Jutta
Lohnt sich die private Vorsorge mit der Riester-Rente? In regelmäßigen Abständen kommt die Diskussion über Sinn oder Unsinn von Vorsorgemöglichkeit wieder auf. In den Medien wird immer wieder berichtet, dass Beiträge durch gesetzliche Vorgaben durchaus untergehen können.
Es ist offensichtlich realistisch, dass es bei Geringverdienern Probleme gibt. Bei einem Jahreseinkommen von 1.200 Euro und darunter gibt es eine Kollision der verschiedenen Rentenauszahlungen. Bei solch niedrigen Einkünften liegt die zu erwartende gesetzliche Rente unter dem Niveau der Grundsicherung, die zur Zeit ungefähr 660 Euro im Monat beträgt. Bei einem Zusammenspiel zwischen der niedrigen gesetzlichen Rente und anderen Alterseinkünften werden diese zusätzlichen Einkünfte mit der Grundsicherung verrechnet.
Grundsicherung kontra Vorsorge
Ein Rechenbeispiel: Die gesetzliche Rente beträgt 540 Euro, zusätzlich gibt es Einkünfte aus einer privaten Altersvorsorge von 120 Euro. Somit gibt es keine Grundsicherung. Ein solcher Rentner hat völlig unsinnig jahrelang Geld in eine Vorsorge fürs Alter gesteckt. Denn ohne diese privaten Ansparungen hätte es auch eine Rente von 660 Euro gegeben, nämlich die Grundsicherung. Die angesparten Gelder hätten vielleicht für andere Dinge besser genutzt werden können.
Lohnende Vorsorge nur bei höherem Einkommen
Wann lohnt sich also eine private Altersvorsorge? Man kann sagen, dass Grundlage ein Jahreseinkommen von über 12.000 Euro sein sollte. Auch wenn nur ungefähr 30 Jahre lang eingezahlt wurde, dürfte sich eine private Altersvorsorge nicht lohnen. Denn die Verrechnung mit der Grundsicherung macht die Anstrengungen des Ansparens einfach zunichte. Die Sozialkassen sollen so nicht über Gebühr belastet werden, was im Grundsatz auch nachvollziehbar ist.
Vorsorge ein Muss
Alle diejenigen, die nicht in diese Kategorien fallen, deren Einkommen sich verbessern und stetig nach oben bewegen wird, alle die bei einem Beginn der Rente nach dem Jahr 2030 viele Versicherungsjahre hinter sich gebracht haben, sollten auf jeden Fall privat für ihre Rente vorsorgen. Denn das Niveau der gesetzlichen Rente wird weiter sinken, soviel steht fest. Unter solchen Konstellationen ist die private Vorsorge eigentlich Pflicht, um im Alter den gewohnten Lebensstandard halten zu können.
