Lebensversicherung: Verkauf kaum noch möglich
12. Mai 2009 von Jutta
Der Verkauf einer Lebensversicherung bringt eigentlich mehr Geld als eine Kündigung. Doch im Moment sind die Möglichkeiten dafür so schlecht wie nie zuvor. Im letzten Jahr haben deutsche Besitzer von Lebensversicherungen Policen im Wert von zwölf Milliarden Euro gekündigt und zurückgekauft.
Der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) teilte mit, dass die Unternehmen des Zweitmarktes davon nur mit 500 Millionen beteiligt waren. Um diesen Rückgang zu beurteilen, muss man wissen, dass Unternehmen wie „Cashlife“ im Jahr 2007 noch Lebensversicherungen im Wert von 1,4 Milairden Euro aufgekauft hatten. Der Grund liegt - natürlich – in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Investoren kaufen die Policen nur sehr zögerlich. Die steigenden Zinsen gehen auch zu Lasten der Finanzkrise, was für den Zweitmarkt für Lebensversicherungen fatal ist. In den meisten Fällen kaufen die Policenhändler die Lebensversicherungsverträge auf Kredit. Je höher die Kreditzinsen, um so geringer ist natürlich die Gewinnspanne der Händler.
Handel mit Lebensversicherungen schlechter
Deshalb macht es für die Policen-Händler wenig Sinn, die Verträge im Handelsbestand zu halten. Auch Anleger, die in Anteile von geschlossenen Lebensversicherungsfonds investieren wollten, waren sehr zurückhaltend. Es mussten zudem drei Lebensversicherungsfonds des renommierten Emissionshauses „König & Cie“ im vergangenen Jahr abgewickelt werden. In der jetzigen Situation werde nur wenig gekauft, ließ der BVZL verlauten. Wenn Versicherte ihre Versicherungen stornieren, müssen sie sich mit Verlusten abfinden. Bei einer Kündigung wird ohnehin nur der eher bescheidene Rückkaufswert ausgezahlt.
Beratung vor der Kündigung wichtig
Den zweiten Markt für Lebensversicherungen gibt es seit 1999. Millionen von Lebensversicherungen konnten so günstig verkauft werden. In Deutschland wird jede zweite Police vorzeitig aufgelöst, so dass die Verluste durch den Verkauf zumindest abgemildert werden konnten. Als der Zweitmarkt boomte, zahlten die Aufkäufer der Lebensversicherungen zwischen fünf und zehn Prozent mehr als die Versicherer beim Rückkauf. Das galt aber auch nur für Policen von soliden Versicherungsunternehmen, wenn die restliche Laufzeit nur noch einige Jahre betrug. Verbraucherschützer raten dazu, bei dringendem Geldbedarf die Police besser zu beleihen. Bevor die Lebensversicherung verkauft oder gekündigt wird, sollten sich die Betroffenen gut beraten lassen.
