Ein schwieriges Kapitel: Die Rente für Selbständige
15. Mai 2009 von Jutta
Viele Selbständige zahlen keine Beiträge mehr zur gesetzlichen Rentenversicherung. Ausnahmen sind selbständige Handwerker, die rentenversicherungspflichtig sind. Die anderen Selbständigen wissen oft nicht, wie und wo sie die Beträge einzahlen sollen, damit ihre Rente später abgesichert ist.
Es ist sicherlich sehr schwierig, geeignete Anlageformen zu finden. Jedenfalls kann niemand ein für alle gültiges Rezept für die einzig richtige Anlage vorzeigen. Jeder, der selbständig tätig ist, muss zunächst einmal seine Situation analysieren und überlegen, wann der Zeitpunkt zum Renteneintritt persönlich optimal ist. Auch die Höhe der Rente muss kalkuliert sein, damit ein angemessener Lebensstandard gehalten werden kann. Am Anfang muss in jedem Fall eine gründliche Bestandsaufnahme stehen. Es muss gesichtet werden, was an finanzieller Absicherung bereits vorhanden ist.
Alle Alterssicherungen berechnen
Man sollte sich also zunächst bei der gesetzlichen Rentenversicherung erkundigen, wie hoch diese Rente sein wird und ab wann sie gezahlt werden kann. Die meisten haben ja wohl vor Beginn der selbständigen Tätigkeit Pflichtbeiträge gezahlt, so dass es möglicherweise eine Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung gibt. Die meisten der selbständig Tätigen haben sicher auch eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Auch Zahlungen zu einer privaten Rentenversicherung oder in einen Investmentfonds sollten berücksichtigt werden. Die entsprechenden Auszahlungen, wenn diese Absicherungen denn für die Versorgung im Alter sein sollen, müssen zur Rente dazugerechnet werden.
Rürup nur für selbständige Steuerzahler
Sollte sich beim Addieren der angesparten Beträge herausstellen, dass die Altersente zu gering ausfallen wird, muss man sich wohl oder übel auf den langen Weg der Suche nach dem richtigen und passenden Produkt machen. Es gibt viele Möglichkeiten, und die Auswahl des passenden Vertrages - Lebensversicherung, private Rente oder Fondssparplan – ist von vielen individuellen Gegebenheiten abhängig. Seit einiger Zeit gibt es für Selbständige die „Rürup-Rente“ mit Möglichkeiten der staatlichen Förderung. Allerdings ist das nur dann sinnvoll, wenn der Selbständige Steuern zahlt. Denn diese Aufwendungen sind steuerlich absetzbar. Das ist dann auch der Pferdefuss der ganzen Angelegenheit, denn viele Selbständige verdienen oft nicht so viel und zahlen deshalb wenige oder gar keine Steuern.
Aufklärung tut Not
Das gilt zumindest in der Anfangsphase der Selbständigkeit, die sich ja länger hinziehen kann. Es ist offensichtlich ein Konstruktionsfehler, denn für Selbständige wäre in vielen Phasen der Berufstätigkeit eine Zulage wie bei der Riester-Rente sehr viel sinnvoller als Steuervorteile, die oft gar nicht zu realisieren sind. Trotzdem gilt auch hier: Information und Vergleich eröffnen neue Perspektiven, sparen Geld und helfen bei der Alterssicherung.
