Unnötige Kosten durch unnötige Versicherungen
20. Jul 2009 von Jutta
Es ist eine Binsenweisheit, dass es im Leben keine absolute Sicherheit gibt. Risiken sind allgegenwärtig. Dabei sind es nicht nur die großen Krisen wie Unfälle oder Krankheiten, die ein finanzielles Desaster auslösen können. Oft sind es die kleinen Unglücke, das gestohlene Fahrrad, die zerbrochene Scheibe oder die Krankheit eines Haustieres, die ungeheuer belastend sein können.
Nun ist es durchaus möglich, sich gegen alles und jedes abzusichern, denn die Versicherungen bieten Schutz gegen jedes nur erdenkliche Risiko. Doch ob das alles immer sinnvoll und angemessen ist, darüber sind Zweifel sehr wohl erlaubt. So steht die Insassenunfallversicherung auf der Rangliste der unsinnigen Versicherungen ganz oben. Michael Wortberg ist der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Er betont, dass die Kfz-Versicherung bei einem selbstverschuldeten Autounfall auch für die Verletzungen der Mitfahrer aufkommt. Wenn der Unfallgegner Schuld ist, zahlt dessen Versicherung.
Bedingungen prüfen
Genaue Prüfungen sind Abschluss von Tierkrankenversicherungen oder Reparaturversicherungen für Elektrogeräte eine Notwendigkeit. “Da werden abenteuerlichste Bedingungen festgelegt.” Am Ende einer Reparaturversicherung ist die Summe der Beiträge oft höher als der Wert des Gerätes. Der Nachteil bei Tierkrankenversicherungen sind zahlreiche Ausschlüsse, zum Beispiel bei genetisch bedingten Krankheiten. Auch bei vielen Rechtsschutzversicherungen ist Vorsicht geboten, denn Ausschlüsse gibt es auch hier. Von den Rechtsschutzversicherungen sagt Michael Wortberg: “Über deren Leistung gibt es die meisten Beschwerden.”
Kombinationen unrentabel
Auch die Sterbegeldversicherung gehört zu den überflüssigen Policen. Eine Mischung aus Spar- und Versicherungspolice sei in jedem Fall nicht rentabel, meint Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater. Das betrifft auch andere Versicherungen wie Ausbildungs- oder Aussteuerversicherungen. Obwohl der Grundgedanke solcher Policen richtig ist, sind Ergebnis und Lösung nicht optimal. Geld für ein bestimmtes Ereignis sollte man bei einer Bank ansparen, nicht bei einer Versicherung.
Glücksspiel
Als “Wette mit dem Versicherer” bezeichnet Albers die “Dread-Disease-Policen”, die es seit einiger Zeit in Deutschland gibt. Der Versicherte muss eine von mehreren festgelegten schweren Krankheiten in einem bestimmten Stadium nachweisen, um dann eine vereinbarte Summe zu erhalten. Doch hier sind viele Kebsarten ausgeschlossen, und oft zahlen die Versicherer erst dann, wenn die Lebenserwartung sowieso schon sehr gering ist.
Hohe Risiken gut versichern
Es ist besser, existenzgefährdende Risiken abzusichern. Dazu zählt natürlich die Krankenversicherung, aber auch die private Haftpflicht und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Familien ist auch eine Risikolebensversicherung eine sehr sinnvolle Absicherung. “Lieber weniger Risiken, diese dafür aber mit ausreichend hohen Versicherungssummen absichern”, so der Rat von Versicherungsberater Albers. Es ist auch nicht opportun, alles bei einem Unternehmen abzuschließen, denn kein Versicherer ist in jedem Zweig gleich kompetent. Gute Beratung bei allen Versicherungsabschlüssen ist wichtig, und dass sie unabhängig und neutral erfolgen muss, ist eine Selbstverständlichkeit.
