Unfallstatistik: Gefahr für Ältere und kleine Frauen
25. Mai 2010 von Jutta
In den letzten Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland geringer geworden. Doch noch immer sterben rund 10 Menschen an jedem Tag durch einen Verkehrsunfall. Diese Zahl ist nach den Aussagen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) unnötig hoch.
Trotz einer erfreulichen Abwärtstendenz der Anzahl der Verkehrstoten nimmt aber das Thema Verkehrssicherheit einen viel zu geringen Raum in der öffentlichen Diskussion ein. Man muss im Grunde die circa 7.000 Menschen, die bei Verkehrsunfällen schwer verletzt wurden, noch zu den Opferzahlen hinzu addieren. So sieht es jedenfalls UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Aus Sicht eines Versicherers gesehen sind Verkehrsunfälle, ganz abgesehen von den Problemen und dem menschlichen Leid, auch ein hoher Kostenfaktor: Die Haftpflichtversicherungen für Kraftfahrzeuge bearbeiten jährlich rund 3,4 Millionen Schadensfälle. Die Kosten betragen mehr als 12 Milliarden Euro. Davon wiederum müssen 40 Prozent für Personenschäden aufgewendet werden.
Teure Verletzung
Die UDV hat versucht, diese Kosten näher aufzuschlüsseln. Die schwer Verletzten bei Verkehrsunfällen werden immer erfasst, doch das ist nicht aussagekräftig genug. Denn schon ein stationärer Aufenthalt zur Beobachtung bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zählt zu den schweren Verletzungen. Man hat nun versucht, die Daten genauer zu analysieren. Denn Schwerstverletzte können Kosten von 50.000 oder 100.000 Euro verursachen, manchmal sogar bis in den Millionenbereich.
Rückschlüsse
In einer bestimmten Region hat die UVD entsprechende Daten erhoben und ausgewertet. Man hat die Fallzahlen hochgerechnet und auf diese Weise ermittelt, dass mindestens 7.000 Menschen pro Jahr schwerste Verletzungen bei Verkehrsunfällen davontragen. Die Daten sind analysiert worden, so dass man aus diesen Zahlen bestimmte Schlüsse ziehen und Verhaltensänderungen bei den Verkehrsteilnehmern anmahnen kann.
Risiko Zweirad
Siegfried Brockmann warnt vorrangig ältere Menschen, die zweirädrige Fahrzeuge nutzen. Gerade dieser Personenkreis sollte unbedingt einen Sturzhelm tragen, fordert der UDV-Leiter. In jedem Jahr werden 1.000 Fahrradfahrer schwer verletzt. Viele ziehen sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu, weil sie keinen Helm tragen. Dass Motorradfahrer gefährdet sind, ist inzwischen Allgemeinwissen geworden. Doch vor allem die Menschen, die nach langer Pause wieder das Motorrad aus der Garage holen, schweben oft in großer Gefahr.
Klein und weiblich
Die Auswertung der Beispielzahlen macht deutlich, dass kleine Frauen sich besonders oft schwere Verletzungen bei einem Unfallgeschehen zuziehen. Die Ursache dafür könnte sein, dass kleine Frauen den Fahrersitz weit nach vorne rücken müssen, weil sie sonst nicht an die Pedale kommen. Deshalb sitzen sie dann direkt vor der starren Lenksäule. Die Ergebnisse von Crash-Tests haben gezeigt, dass die Gefahr von schweren Verletzungen in einer solchen Sitzposition besonders groß ist.
